Management fuer Anfaenger

Sonntag, 20. Juli 2008

Im Gesundheitswesen, auf der falschen Seite (2)

Am nächsten Morgen fuhren meine Frau und ich in die Klinik. Sehr früh. Sie nahm ein Buch mit und wollte auf mich warten, denn es war nicht ratsam, nach der Vollnarkose selbst zu fahren.
Ich wurde in OP-Kluft gesteckt, kriegte eine Tablette zu schlucken und wartete in meinem Bett. Der Professor mit seinem ganzen Gefolge kam kurz vorbei. Er schien von der ganzen Aufregung nichts zu wissen, jedenfalls ließ er sich nichts anmerken. Dann wurde ich abgeholt. Meine Frau kam bis zum OP Bereich mit und winkte mir hinterher. Die Tür ging zu.
„Ich bin Dr. Dingenskirchens, Ihre Narkoseärztin“ sagte eine weibliche Stimme mit starkem französischen Akzent. „Sie bekommen gleich eine Spritze und dann leiten wir die Inhalationsnarkose ein.“ Noch während ich in petto witzelte, sie hätten jetzt meinetwegen extra eine Französin eingeflogen, schlief ich wohl ein, denn ich kann mich an nichts mehr erinnern. Sie müssen einem Querulanten wie mir wohl eine Pferdedosis von Wasauchimmer zugedacht haben.
Als ich aufwachte, war mein Kopf voll Watte und meine Augen tränten ununterbrochen. Meine Nase war fest mit Tampons zugestopft, und das war bei weitem das unangenehmste an der Situation. Ich richtete mich auf und merkte, daß ich verkabelt war. Das übliche, EKG, Sauerstoffsättigung, Blutdruck. Die Infusionsflasche war fast leer. Ich drehte mich um, und guckte auf die Anzeige, konnte aber wegen der Tränen nichts erkennen.
„Wenn Sie sich so verrenken, geht Ihr Blutdruck nur in die Höhe“ sagte die Schwester. Ich winkte ihr. Im benachbarten Bett lag eine Frau, die mit gequältem Gesicht die Wand anstarrte. Ich winkte ihr auch. Keine Reaktion.
Ein Operationstisch wurde aus dem angrenzenden OP Raum reingeschoben. Der Patient, auch eine Frau, wurde von vier Personen Eins! Zwei! Drei! gekonnt umgebettet.
Die Frau mit dem gequälten Gesicht wurde von einem schwarzen Krankenpfleger mit ihrem Bett abgeholt. Ich wischte mir die Tränen ab und drehte mich noch einmal um. Meine Werte waren normal.
„Und wann werde ich abgeholt? Ich kriege langsam Hunger.“
„Sie müssen bis zwölf hier bleiben. Anordnung vom Professor, wegen der Schlafapnoe. Und außerdem können sie so wie so nichts essen.“
„Haben Sie aber eine Ahnung, was ich alles kann. Darf ich auf die Toilette gehen?“
„Das geht hier nicht. Wenn’s dringend ist, kriegen Sie die Flasche.“
Darauf verzichtete ich.
In der Zwischenzeit wachte auch die Neue auf. Sie machte einen ziemlich verwirrten Eindruck. Ich winkte auch ihr zu. Sie tat so, als hätte sie nichts gemerkt.
Kurze Zeit später kam ein großgewachsener Krankenpfleger hereingestürmt, ging grinsend auf sie zu und verkündete mit starkem ungarischen Akzent:
„Ich heiße Toth und komme Sie abholen. Und das ist kein Scherz. Ich heiße wirklich so und habe deswegen ein Problem. Verstehen Sie, wie sich das anhört? ‚Ich bin der Toth und komme Sie abholen?’ Verstehen Sie? Hahaha!“
Es war unklar, ob sie davon überhaupt etwas mitbekommen hat oder nicht, sie sagte jedenfalls nichts. Die Tür ging hinter ihnen zu.
Warum passiert so was lustiges immer den falschen Leuten?
Ich langweilte mich bis zwölf fast zu Tode. Dann kam der Stationspfleger und setzte mein Bett in Bewegung. Die Schaukelei machte mir trotz der Watte im Kopf Spaß.
„Warum hat das so lange gedauert? Die OP war schon um neun vorbei“ fragte mich meine Frau.
„Anordnung vom Chef. Intensivüberwachung wegen der Schlafapnoe.“
„Ich denke, Du hast keine?“ Wir grinsten beide.
Die Schwester half mir beim Aufstehen, fragte mich „Geht es ? Sicher?“ und war, nachdem ich heil vom Toilettengang zurückkam, der Meinung, daß ich mich schon umziehen könne.
„Das ist ja höchste Zeit. Ich will nach Hause. Ich habe nämlich Hunger.“
„Sie können aber bestimmt nichts essen.“ Meine Frau und ich grinsten uns gegenseitig an. Mir macht nämlich alles, aber auch alles Hunger.
Die Stationsärztin befreite mich kurze Zeit später von der Infusionsnadel, bedeutete mir jedoch, daß ich erst 16:00 nach Hause gehen dürfte.
Also ich prüfte im Spiegel Sitz und Zustand meiner Nasenschleuder und wir gingen in die klinikeigene Cafeteria etwas essen. Als hätte ich nicht genug Probleme mit dem Essen gehabt (schlucken Sie mal und halten sich dabei die Nase zu), guckte ein etwa vierjähriges Kind die ganze Zeit fasziniert meine Nase an. Seine Mutter war leicht geniert und versuchte ihn abzulenken.
“Keine Angst, sie wächst nach“ stand mir auf der Zunge, verkniff ich mir jedoch. Statt dessen lächelte ich nur. Das Kind lächelte nicht zurück.
Irgendwann waren wir dann doch zuhause. Ich aß etwas richtiges und japste bei jedem Schluck nach Luft. In dieser Nacht schlief ich ganz schlecht. Ich hatte zwar keine Schmerzen, fand aber einfach keine richtige Kopfstellung, denn die Tampons waren extrem lästig. Ich wäre ein paar mal auch fast am eigenen Blut erstickt.
Am nächsten Morgen fuhr ich nach einer Katzenwäsche zurück in die Klinik. Ich hatte beim Fahren nur insofern Bedenken, daß ich mit der Nasenschleuder ein ziemlich außergewöhnliches Bild bot. Ich hätte aber auch eine Vampirmaske tragen können, kein Schwein guckt einem heutzutage beim Fahren noch ins Gesicht.
Der Vorzimmerdrache war immer noch verärgert und ließ es mich spüren.
Sie ließ mich eine ziemliche Weile warten, dann fragte sie mich nach Namen und Geburtsdatum, als hätte sie mich zum ersten mal gesehen. Ich ließ das alles über mich ergehen.
„Haben Sie Schmerzen? fragte mich die Oberärztin.
„Überhaupt nicht, alles bestens. Machen Sie bitte nur diese Stopfen weg!“
Ich sollte unter meinem Kinn ein Schälchen halten, während sie an beiden Schnüren gleichzeitig zog. Es machte Plopp! und meine Nase war frei.
„Das sieht aber gut aus. Ach, verdammt!“ Ein Schwall frisches Blut ergoß sich über meinen Mund.
"Sie bluten ja ganz schön!" sagte sie vorwurfsvoll. Es wurde wiederholt abgetupft, in der Nase kitzelte es. Ich blutete ganz ordentlich. Als die Blutung einigermaßen gestillt war, kriegte ich die Nasenschleuder und eine Nackenkompresse angelegt und sollte noch eine Viertelstunde im Wartebereich bleiben. Falls ich nicht mehr blutete, durfte ich gehen, ansonsten sollte ich noch einmal reinkommen.
Als die Zeit verstrichen war, erklärte ich dem Drachen, daß ich jetzt gehe.
„Mein Gott! Sie bluten ja!“ Sie machte schnell die Tür auf und schob mich in den Untersuchungsraum rein, obwohl noch ein Patient drin war.
Ich wurde noch ein bißchen verarztet, bekam eine frische Nasenschleuder und ging.
Ich sagte zwar „auf Wiedersehen“, hoffte jedoch, daß ich nie wieder hierher kommen werde.
Der Vorzimmerdrache hatte mich jetzt endgültig verärgert.
Das war eine so einfache Geschichte… wir, die auf verschiedenen Seiten des Gesundheitssystems stehen und parallele Leben leben… keine wirkliche Berührung… und dann das.
Warum mußte sie sich einmischen? Mein Weltbild bekommt noch einen Sprung.

Freitag, 18. Juli 2008

Im Gesundheitswesen, auf der falschen Seite

Die Tür mit der Schrift „Sekretariat Prof. Dr. Dr. h. c. P.K. Dingsbums, Geschäftsführender Direktor, Anmeldung“ stand wie üblich sperrangelweit offen. Aus dem angrenzenden Wartebereich konnte man sich über alle im Sekretariat besprochenen Patientendaten Notizen machen, wenn man unbedingt wollte. Der Vorzimmerdrache thronte wie immer hinter dem Schreibtisch, telefonierte abwechselnd auf zwei Leitungen und ließ gleichzeitig einen Patienten, der bereits auf dem Besucherstuhl saß, einfach warten.
Ich wartete im Türrahmen mit meiner Krankenakte unter dem Arm, damit ich meine Reihe nicht verliere. Ich hatte nur eine Frage, aber ich wußte aus Erfahrung, daß der Vorzimmerdrache keine Zwischenfragen duldete. Wenn eine solche doch gestellt wurde, dann schnauzte sie den Unglücklichen genüßlich an.
Irgendwann war ich dann dran und zeigte ihr meinen Laufzettel: ich wurde vom Stationsarzt auf eine kleine Weltreise geschickt: Blutabnahme, EKG, Geschmack- und Riechtest, Allergietest und anschließend Anästhesiesprechstunde. Am nächsten Tag war bei mir eine ambulante Siebbeinoperation geplant.
Indem sie mir die Richtung zeigte, ließ sie ihre vielen Armbänder und Ketten klimpern und ein paar Edelsteine funkeln.
„Gehen Sie den Korridor lang, dann links und zweimal rechts. Da ist der Wartebereich.“
Im besagten Wartebereich waren schon schätzungsweise 20 Personen anwesend. Sie übten sich in Geduld, wie man das an ihren Gesichtern deutlich erkennen konnte. Ich guckte mir die verschiedenen Türen an und überlegte, wo ich mich anmelden soll. Auf der ersten Stand: „Hörtest. Bitte nicht stören!“, auf der zweiten „Multifunktionsraum. Bitte nicht stören!“ und auf der dritten: „Eingang um die Ecke. Bitte nicht stören!“. Die Tür um die Ecke war unbeschriftet, dafür aber verschlossen.
Ich beschloß, meine Bereitschaft zum Nichtstören am Multifunktionsraum zu demonstrieren und klopfte an. Eine zierliche Dame in Zivilklamotten machte auf. Ich übergab ihr meinen Laufzettel. Stunden vergingen. Abwechselnd ging irgendeine der Türen auf und „der Nächste“ wurde hereingebeten, wobei das jedes mal mit Konfusion und Gedränge verbunden war. Ein junger Mann im Freizeitanzug, der am Tropf hing und seinen Rollenständer samt Infusionsflasche vor sich herschob, versuchte immer wieder, sich vorzudrängen und wurde immer wieder zur Ordnung gerufen.
Irgendwann kriegte ich meine Untersuchungsergebnisse zusammen, verließ das Chaos und ging in die Anästhesiesprechstunde. Im entsprechenden Wartebereich füllte ich ein ellenlanges Formular aus, trug versehentlich ein falsches Datum ein und unterschrieb. Dann kam der Narkosearzt, ein junger und kräftiger Mann mit schwerem Kinn, und bat mich in sein Zimmer. Ich übergab ihm die komplette Mappe mit meiner Krankenakte, die neuen Untersuchungsergebnisse und das ausgefüllte Formular. Er legte die Mappe beiseite und guckte das Formular durch.
„Herzrhythmusstörungen? Werden Sie behandelt?“
„Man sagte mir, das sei nicht nötig. Gelegentliche Extrasystolen.“
„Ach so, kein Problem. Hm. Schlafapnoe. Hm. Wie schlimm?“
„Mittelgradig. Steht aber in der Akte, wurde hier im Schlaflabor untersucht.“
„Ist aber auch egal, wir werden Sie ohnehin eine Nacht lang intensiv überwachen.“
„Das geht aber nicht, ich werde ambulant operiert. Steht auch in der Akte.“
Er machte die Akte kurz auf, klappte sie aber sofort wieder zusammen, ohne irgend etwas daraus gelesen zu haben.
„Das geht nicht. Wir entlassen Schlafapnoen grundsätzlich nicht am Tag der Narkose. Ausgeschlossen.“ Ich hätte ihm am liebsten erzählt, was ich davon halte, wenn ich „Schlafapnoe“ oder - was ich auch mal gehört habe - „Nase“ genannt werde. Statt dessen sagte ich ihm ruhig:
„Ich kann Ihnen nur sagen, was vorgesehen ist. Ich werde ambulant operiert. Reden Sie bitte mit dem Professor.“
„Ich brauche mit niemandem zu reden. Sie müssen nach der OP mindestens eine Nacht hier bleiben.“
„Dann werde ich mit dem Professor reden. Ich werde entweder ambulant operiert oder gar nicht. Geben Sie mir bitte die Akte.“ Ich schnappte mir die Mappe, ließ ihn einfach sitzen und ging auf die Station.
Die Chefärztin und der Professor waren nicht abkömmlich.
Ich erklärte der Stationsärztin in wenigen Worten die Lage und eröffnete ihr, daß die unter Beteiligung meiner Person am nächsten Tag geplante Operation nunmehr ausfällt. Sie war sichtlich verwirrt.
„Wieso denn? Sie können doch eine Nacht hier verbringen. Was ist schon dabei?“
„Tut mir leid, aber das geht einfach nicht.“ Ich war nicht bereit, mich auf irgendeine Diskussion einzulassen. Soll sie meinetwegen denken, ich habe jetzt plötzlich Angst bekommen, mir war’s egal. Ich kochte, sparte mir aber meinen Ärger für den Vorzimmerdrachen auf.
Die Szenerie war die gleiche. Offene Tür, jede Menge Publikum im Wartebereich. Sie werden gleich was zu hören bekommen, dachte ich mir.
Als ich an die Reihe kam, war mir sofort klar, daß sie bereits informiert wurde.
Ich übergab ihr die Mappe mit einer ganz kurzen Erklärung und sagte anschließend:
„Auf der Station habe ich Bescheid gesagt, den Professor konnte ich aber nicht sprechen, also müssen Sie ihn informieren. Ich gehe jetzt.“ Sie verpaßte ihre Chance.
„Sie müssen verstehen, wir sind nur die Operateure. Wenn der Anästhesist medizinische Bedenken hat, müssen wir das akzeptieren. Warum wollen Sie nicht über Nacht hier bleiben?“
Jetzt sollten es alle hören. Obwohl sie sich natürlich nicht mit mir solidarisieren werden, sondern eher mit der stärkeren Seite, denn so was erscheint einem viel einträglicher.
„Sie wissen ganz genau, daß ich keinen Grund anzugeben brauche. Eine vor drei Wochen ambulant geplante OP kann nicht wie geplant stattfinden, also findet sie nicht statt, Punkt. Aber für Sie mache ich eine Ausnahme. Schauen Sie. Es geht ums Prinzip. Sie können doch nicht erwarten, daß ich als Patient das Chaos hier unterstütze, indem ich meine Pläne am Vortag der OP ändere?“
„Wieso Chaos? Das ist eine neue Situation, die erst bei der OP Vorbereitung entstanden ist.“
„Stimmt nicht. Die medizinischen Befunde sind doch seit Wochen bekannt. Der Professor hat einer ambulanten OP zugestimmt, und ich darf doch annehmen, daß die Voraussetzungen dafür im Vorfeld geklärt sind. Wann lernen Sie endlich, daß Sie dem Patienten dienen müssen und aufhören, ihn als notwendiges Übel anzusehen? Aber ich habe noch einen Grund. Vor zwei Jahren wurde ich schon hier stationär behandelt. Man hat mir damals, unter der Voraussetzung, daß kein Notfall kommt, ein Einzelzimmer versprochen. Ich wurde aber reingelegt und war damals so blöd, das hinzunehmen. Dafür werde ich mich diesmal aber formal beschweren. Darauf können sie sich verlassen.“
Warum, verdammt noch mal, fühlt man sich nach einer solchen Szene immer selbst schuld?
Zuhause angekommen war mein erster Gedanke, ich müßte jetzt unverzüglich die Herausgabe meiner Krankenakte mit all den Untersuchungen anfordern damit ich mich um einen Termin in einer anderen Klinik bemühen kann. Ich fuhr meinen Rechner hoch, um den Brief zu schreiben.
In diesem Moment klingelte das Telefon. Es war die Chefärztin.
„Tut mir leid, ich war im OP, als Sie auf der Station waren, sonst hätten wir das Mißverständnis sofort aufgeklärt. Also, es ist folgendermaßen. Sie wurden bei uns wegen der Schlafapnoe untersucht, ich kann Sie aber beruhigen, Sie leiden nicht unter diesem Syndrom. Die Sauerstoffsättigung war nicht nennenswert beeinträchtigt, so daß wir eigentlich höchstens von einer beginnender Schlafapnoe reden können. Es ist also kein Problem, die OP können wir, vorausgesetzt Sie möchten es noch, wie geplant ambulant durchführen.“
Darauf fiel mir einiges ein, ich verkniff es mir aber. Das paßte mir. Sie werden sich jetzt mit mir und der Operation mehr Mühe geben. Um Liebe ging’s so wie so nicht. Warum in eine andere Klinik gehen?
Ich willigte also ein.
== Fortsetzung folgt ==

Montag, 15. Oktober 2007

Den Irrtum durch die Halbwahrheit vertreiben

Das erschreckendste an dieser Veranstaltung scheint mir die Selbstverständlichkeit zu sein, mit der eine unbedingt verachtenswerte Einstellung publik gemacht wurde. Die Ethik gilt in den Augen dieser verkrüppelten Persönlichkeiten als veraltet und (fast?) überwunden: diesbezüglich braucht man offensichtlich keine Umschweife und Rechtfertigungen mehr. Man redet einfach Klartext.

Dienstag, 10. Juli 2007

Vollkasko für Manager

Mit dem Fall Peter Hartz ist bekannt geworden, daß sich kluge Manger auch gegen die Folgen des eigenen korrupten Verhaltens gegenüber ihren Brötchengeber versichern können.
Es geht aber noch besser.
Heute morgen habe ich im Wartezimmer beim Arzt im Spiegel geblättert. Zwischen den vielen mehr oder weniger unerfreulichen Artikeln auch etwas Werbung: Ein Versicherungsunternehmen (Namen habe ich vergessen) bietet unter dem Motto "Nageln Sie Ihre Karriere an die Wand" eine rundum-Versicherung für Manager gegen den eigenen Mißerfolg. So was wie hier beschrieben.
Nach und nach merke ich, was ich in meinem Berufsleben bisher alles falsch gemacht habe! Ansonsten bleibe ich bei meiner schon geäußerten Meinung:

Management ist - wie Politik - eine Kunst. Man sollte Manager und Politiker genauso schlecht wie Künstler bezahlen, dann hätten wir die richtigen Leute am Werk.

Und keine Stümper wie heute.

Dienstag, 8. August 2006

Planung

- Das Planungstool läuft noch nicht. Das heißt, noch nicht richtig. Ich kriege lauter implausible Zahlen raus.
- Zeigen Sie mal, was Sie haben. Ich kann morgen doch nicht mit leeren Händen in die Planungskonferenz gehen.
- Das ist schon wieder ein Chaos, du meine Güte.
- Ich wollte für heute absagen, die Pivottabelle hat irgendwo noch einen Fehler. Und außerdem habe ich die letzten Zahlen erst gestern abend gekriegt.
- Sind das nun Euro oder Dollar?
- Das sind Euro. Das Programm kann doch nur in Euro rechnen.
- Mit den Amis oder nur Deutschland?
- Mit. Allerdings sind deren Kosten in Dollar drin. Bei der Summe habe ich zu Fuß umgerechnet.
- Ist Produktpflege mit drin?
- Jawohl, das haben wir hier extra ausgewiesen. Wohlgemerkt ist das nicht immer richtig eingestellt worden, denn die Hälfte der Projektleiter hat das nach wie vor zusätzlich in den Projektkosten drin. Gleiches gilt für die Qualitätsentwicklung.
- Diese Zahl, 46, das ist doch die Gesamtsumme?
- Jawohl. 46 Millionen Dollar. Pardon, Euro.
- Das ist doch plausibel, oder nicht?
- Allerdings… ich finde langsam auch… ich bin ständig über diesen Umrechnungskurs gestolpert. Außerdem sind die Mannjahressätze noch nicht endgültig…
- Und was ist unser Anteil?
- Hier. Mit der Technologie zusammen 42 Millionen.
- Zum Teufel mit der Technologie. Was ist unser Anteil?
- Moment, da muß ich eine andere Ebene aufmachen.
- Und wenn es geht, dann bitte quartalisiert.
- Was ist überhaupt unser Target?
- 36 Millionen.
- Euro oder Dollar?
- Euro, denke ich.
- Hier. 36,5 Millionen.
- Euro oder Dollar?
- Ich sagte doch, das Programm kann nur in Euro rechnen.
- Zeigen Sie mal auch die einzelnen Quartale. Aha.
- Das ist aber gar nicht so schlecht, wenn das Target wirklich 36 Millionen beträgt.
- Wirklich wahr. Fünfhunderttausend Abweichung kann ich doch locker aus dem Contingency-Topf ausgleichen.

So ging es noch eine Weile weiter. Wir stritten noch ein wenig über die Anzahl der Köpfe, bis wir rausfanden, daß wir 106 Mitarbeiter und das Controlling 110,5 Planstellen zählte. Die Besprechung war heute von 9:00 bis 18:00 h angesetzt. Dank der guten Vorbereitung waren wir aber schon um elf Uhr durch.

Mittwoch, 10. Mai 2006

Lauter Unsinn

Kaum bin ich für eine Weile weg, schon passiert bei meinem Brötchengeber merkwürdiges.
Mein Bereich in der Firma wird - fünf Monate nach der letzten Umstrukturierung - wieder neu organisiert, wobei das im Einzelfall groteske Züge annimmt.
Und jetzt noch das. Einladung zur Informationsveranstaltung "Familienfreundliche Parkplätze". Sie sind bestimmt neugierig, was auf der Agenda steht. Hier der Originaltext:

Am Donnerstag, 11. Mai 2006 von 9:00 bis 10:30 Uhr, findet im Casino Dingenskirchens* eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Familienfreundliche Parkplätze“ statt.
Agendapunkte sind:
  • Parkplätze: aktuelle Situation, Projekte und Planungsszenarien
  • Grundsätze der Gesamtbetriebsvereinbarung „Familie und Beruf“
  • Diskussion und Anregungen rund ums Thema
  • Ausblick auf die weitere Vorgehensweise
Alle interessierten Mitarbeitenden sind herzlich eingeladen.


Die einzige Erklärung, die mir dazu einfällt, ist, daß wir (wohl auf Anraten von McKinsey) dabei sind, einen qualifizierten Geldvernichtungsprozeß zu implementieren, damit die Gelddruckmaschine nicht verstopft.

* Name geändert

Dienstag, 9. Mai 2006

Leid oder Freud?

Heute nachmittags kam einer meiner Mitarbeiter vorbei und kündigte an, er fühle sich unwohl und daher gedenke er etwas früher als sonst zu gehen. Und außerdem bleibe er voraussätzlich am nächsten Tag gleich zuhause.
Er dürfte wirklich krank sein, der Bursche, bei dem Versprecher!

Montag, 30. Januar 2006

Praxistest

"Ich habe Frühdienst. Kannst Du morgen früh etwas beim Arzt abgeben?" fragte mich Vera gestern nachmittags.
"Kann ich. Morgen früh habe ich keinen Termin. Was und wo?"
"Na, etwas, siehst Du morgen. Die Adresse habe ich nicht, wir fahren aber schnell vorbei und ich zeig's Dir."
"Was, ich soll jetzt noch raus? Es ist doch Sonntag! Sag mir, wie der Bursche heißt, und ich suche die Adresse aus dem Internet raus."
"Das findest Du nie. Hopp, sei nicht so stur, ich zeig's Dir."
Ich war nicht so stur, also zeigte sie's mir. Zur Sicherheit schrieb ich mir auch die Adresse auf.
Heute morgen in der Praxis, ein Betrieb wie am Bahnhof. Drei Damen waren am Empfang anwesend, die eine am Pult, die anderen zwei an Schreibtischen weiter hinten.
Ich trug einen braunen Plastikbehälter mit Schraubverschluß, mit einem Volumen von etwa einem Liter. Darin klapperte irgendwas.
"Ich habe etwas abzugeben" verkündete ich, als ich dran kam, und zeigte auf den Behälter. "Die Patientin heißt Kreutzritter, mit Tz."
"Was ist da drin? Sabine, kannst Du das für mich einscannen?" fragte die Dame am Pult, stand aber selbst auf und legte ein Blatt Papier in den Scanner.
"Kann ich. Nanu, Du machst das jetzt selber?" antwortete Sabine.
"Ich weiß es nicht" sagte ich.
"Steht der Name drauf?"
"Ich hoffe drinnen, außen ist nichts zu sehen."
"Einen Augenblick!" sagte sie und verschwand mit dem Blatt Papier in der Hand. Einige Minuten vergingen. Nacheinander kamen ein Mann und eine Frau in weißen Kitteln aus den angrenzenden Untersuchungsräumen raus, schnappten sich aus einem Stapel Papieren vom Pult je eine Krankenakte und riefen irgendwelche Namen. Die zweite Empfangsdame, die, die nicht Sabine hieß, kam nach vorne.
"Sie wünschen?"
"Ich habe für eine Patientin eine Probe abzugeben" sagte ich, indem ich wieder auf den Behälter zeigte. "Kreutzritter, mit Tz."
"Was für eine Probe?"
"Ich weiß es nicht. Stuhl, Urin, Speichel, keine Ahnung. Blut ist es nicht, nehme ich doch stark an."
"Damit müssen Sie ins Labor. Steht der Name drauf?"
"Das hoffe ich. Wo ist das Labor?" Sie zeigte mir eine offene Tür zu meiner linken. Ich klopfte an.
"Ich habe für eine Ihrer Patientinnen eine Probe abzugeben" sagte ich und kam mir dabei immer blöder vor.
"Ich brauche die Karte. Was ist da drin?"
"Keine Ahnung. Welche Karte?"
"Die Krankenakte, von der Anmeldung. Steht wenigstens der Name drauf?" fragte sie und schraubte flink den Behälter auf, bevor ich etwas sagen konnte. Daraus kramte sie zwei kleinere Behälter, die offenbar beschriftet waren. "Ach so! Alles klar, den großen Behälter hätten Sie gar nicht gebraucht."
"Ach, lassen Sie's, es war doch gut so. Ohne den hätte ich weniger Konversation gehabt heute morgen. Ich hole die Akte."
Am Empfang stand wieder die erste Dame hinter dem Pult. Jetzt telefonierte sie. Gleichzeitig streckte sie, ohne mich anzugucken, eine griffbereite Hand in meine Richtung. Offensichtlich wollte sie meine Karte. Als nichts kam, blickte sie mich irgendwann an.
"Nanu, Sie sind immer noch da?"
"Ich brauche die Karte fürs Labor. Kreutzritter, mit Tz."
"Vorname?"
"Vera."
"Hier bitte!"
Die einmalige Gelegenheit, hinter Veras Geheimnisse zu kommen, ließ ich ungenutzt. Ich gab einfach die Karte im Labor ab.

Mittwoch, 25. Januar 2006

Die Taube

Es geschah irgendwann letztes Jahr im Universitätsklinikum Mannheim, im Wartezimmer vom Institutsdirektor Prof. Dr. Soundso.
Eine graue Taube flog von außen gegen die Fensterscheibe. Sie landete auf dem Pflaster zwischen dem Fenster und einem Bauschuttcontainer, blickte eine zeitlang etwas verwirrt drein und kam dann zu Fuß durch die geöffnete Außentür rein. Dann hob sie ab und flog weg von der Tür, den langen Korridor entlang. Dabei verfehlte sie den Kopf einer Schwester, die ihr entgegen kam, nur knapp. Die Schwester sagte "Huch" und hob abwehrend beide Arme.
Ich folgte mit dem Blick. Die Taube näherte sich dem quer verlaufenden Hauptkorridor - dabei wurde ich an die Szene mit der Möwe und der Telefonzelle aus Hitchcocks "Die Vögel" erinnert - und flog an der Ecke eine scharfe Kurve nach links. Mir wurde es schwindlig.
Dann sagte die Schwester auf einmal wieder "Huch" und die graue Taube kehrte zurück und flog erneut, diesmal jedoch von innen, gegen die gleiche Fensterscheibe. Auf dem Linoleumboden angelangt, flüchtete sie wieder einmal zu Fuß, diesmal jedoch in die Ecke zwischen dem Fenster und einer Betonsäule.
Ich stand auf und folgte ihr, die Krankenschwester kam nach. Ich konnte die Taube sehen, der Weg zu ihr war aber von einem grünen Hydrokulturkübel mit einer staubigen Pflanze versperrt.
"Da ist sie", sagte ich, "ich komme aber nicht ran. Wir müssen diesen Kübel aus der Ecke wegziehen". Dies schien aber leichter gesagt als getan, denn das Ding stand nicht auf Rollen, zu zweit schafften wir es jedenfalls nicht. Die übrigen Personen im Wartezimmer, Männer wie Frauen, stellten völlig desinteressierte Gesichter zur Schau.
"Moment mal, ich hole Hilfe" sagte die Schwester und lief weg. Sie klopfte an eine Tür etwa in der Mitte des Korridors. Ein Mann machte auf und blieb in der Tür stehen, gleich danach gesellte sich noch einer dazu. Jetzt kam auch eine Frau raus, alle drei trugen sie weiße Kittel. Sie unterhielten sich paar Minuten ziemlich lebhaft, wobei ich nur Wortfetzen wie "Taube", "Fensterscheibe", "Scheiße", Dreck" und "Möbelpacker" mitbekam. Der Mann, der die Tür aufgemacht hatte, machte zwischendurch mit dem erhobenen Zeigefinger der rechten Hand mehrere Male die Bewegung eines Scheibenwischers nach.
"Rufen Sie doch den Taubenbeauftragten des Klinikums an", rief ich laut hinterher, "der kann bestimmt helfen!"
Sie blickten in meine Richtung, die Unterhaltung verstummte. Die Schwester ging weiter, die drei verschwanden hinter der Tür. Im Wartezimmer um mich herum bedeutungsvolles Schweigen.
Etwa zehn Minuten später kam die Schwester zurück. Sie wurde von einem Mann begleitet, der eine Werkzeugkiste mitschleppte und gerade dabei war, sich gelbe Gummihandschuhe überzuziehen. Er trug außerdem einen grauen oder grünen Kittel, an die genaue Farbe kann ich mich nicht mehr erinnern.
Ich galt mittlerweile wohl als eine richtige Autorität in Sachen Tauben, denn die Schwester fragte mich, ob die Taube noch da wäre. Das bestätigte ich.
Mehr bekam ich von der ganzen Chose nicht mit, denn ausgerechnet in diesem Moment wurde ich zur Untersuchung hereingerufen.
Als ich damit fertig war und zurückkehrte, stand der Kübel nach wie vor an seinem Platz, von der Taube und von den beteiligten Personen hingegen war nichts mehr zu sehen.
Und jetzt weiß ich nicht, ob die Lösung dieses schwierigen Problems vom Tauben- oder vom Hydrokulturkübelbeauftragten des Klinikums herbeigeführt wurde.
Wie dem auch sei, der Kittel, die Werkzeugkiste und die Gummihandschuhe ließen bei mir die Hoffnung aufkommen, daß die Befreiungsaktion fachmännisch durchgeführt wurde.

Donnerstag, 19. Januar 2006

Der Revoluzzer

Sie kennen den Typ. Pazifist, Artist, Nihilist, Anarchist, Kommunist, Satanist und Verbalterrorist in einem. Vielleicht auch Onanist, wer will das aber schon wissen.
Bereits nach kurzer Zeit im Betrieb wurde er bekannt wie ein bunter Hund, obwohl er schon damals so gut wie immer in schwarz herumlief.
Die ausgefallenen Sachen, die er trägt, das viele metallbeschlagene Leder, seine auffälligen Ringe, seine langen Halsketten und insbesondere die Brille mit der runden, nach Ebenholz aussehenden Glaseinfassung und den gelbbraunen Hornbügeln, das alles läßt ihn eher als Paradiesvogel erscheinen, als wenn er einen Irokesenschnitt, grüngefärbte Haare und Lilaanzüge trüge.
Er ist groß, spindeldürr, schlaksig und kommt einem aus einem unbestimmbaren Grund nicht ganz fertig vor. Aus einem dunklen, mit breiten Backenknochen und schwerem Kinn ausgestatteten Gesicht, aus dem ein Zahnstocher und eine spitze Nase herausragen, gucken zwei ebenfalls dunkle Augen einen frech und nicht besonders intelligent an. Seine männlichen Kollegen mögen ihn überhaupt nicht. Die Frauen, die ihn näher kennen, mögen ihn auch nicht. Die Frauen, die ihn nur vom Sehen oder Hören kennen, und das sind die meisten, mögen ihn um so mehr. In seinem Betrieb reden wir von paar Tausend Frauen, sie werden ihn später in den Betriebsrat wählen.
Zu seiner allgemeinen Bekanntheit trug in seinen ersten Arbeitsjahren am meisten seine triebhafte Betätigung im Intranet bei. Er veröffentlichte ständig irgendwelche Kommentare zum Tagesgeschehen, Glossen, eigene Bilder und so Zeug, und befand sich fast immer mit jemandem im Streit, weil er so ziemlich über alle und alles lästerte. Sein direkter Chef hatte alle Hände voll zu tun, um die vielen mehr oder weniger offiziellen Beschwerden abzuwiegeln.
Seine politische Karriere fing an, als die Firma verkauft wurde. Die Unsicherheit über die Erhaltung der Arbeitsplätze entlud sich in allgemeine Hysterie, und der Revoluzzer entdeckte auf einmal seine messianische Ader. Von da an sprach er nur noch von Solidarität, wobei es nicht ganz klar war, wer mit wem solidarisch sein sollte, jedenfalls stellte er, wohl angesichts der allgemein drohenden Arbeitslosigkeit und als Zeichen seiner allgemeinen Solidarisierung (mit wem auch immer), seine Tätigkeit im Labor vorsorglich jetzt schon gänzlich ein. Seine direkten Kollegen fanden das wenig solidarisch und sein Chef gab ihm einen Schuß vor den Bug. Er renkte sich daraufhin ein wenig ein und verlagerte seine politischen Aktivitäten in die Pausen und in seine Freizeit. Er bastelte und klebte Plakate herum, antichambrierte beim Betriebsrat und bei verschiedenen Führungskräften, verfaßte Schmähschriften an die Adresse der lokalen Geschäftsleitung und büßte nach und nach seinen Sinn für Humor komplett ein.
Dann kam die schicksalhafte Betriebsversammlung, in der die Geschäftsführung zusammen mit dem Betriebsrat die Maßnahmen zum Personalabbau vorstellte. Die Halle war überfüllt, die Stimmung aufgeladen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, ein arroganter und ziemlich unangenehmer Bursche, der jedoch im eigenen Überlebenskampf gegen die Konzernleitung auch einiges für die Belegschaft herausgeholt hatte, verkündete, daß es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde, da die Reduzierung der Personaldecke durch die üblichen Methoden wie Vorruhestand, natürliche Fluktuation, Zahlung von Abfindungen, Versetzungen zu anderen Standorten usw. abgedeckt werden könnte. Blah, blah, blah.
In diesem Moment stand unser Held auf und - seine Worte am Zahnstocher vorbeipressend - bescheinigte dem Vorsitzenden wortwörtlich, daß er (der Vorsitzende) verdammt keinen Arsch in der Hose hätte. Dann sprach er den betroffenen Kollegen seine Solidarität aus und forderte zum Kampf auf. Der Vorsitzende nahm das nach außen gelassen hin und erklärte nach Beantwortung einiger Fragen seine Präsentation für beendet. Die Betriebsräte, die ihre Fälle wegschwimmen sahen, gaben sich in den anschließenden Erklärungen betont kämpferisch. Für die meisten unter Ihnen war die Sache mit der Wiederwahl nunmehr aber endgültig gelaufen.
Der Bereichsleiter und überüberüberübernächster Chef unseres Helden entriß ihm in den nächsten Stunden nach der Betriebsversammlung das Versprechen einer Entschuldigung und arrangierte ein Telefongespräch mit dem Vorsitzenden, das am gleichen Tag auch stattfand.
Ab jetzt fing unser Revoluzzer an, über die lokale Geschäftsführung ausschließlich in respektvollem Ton zu reden. Er verlagerte seine Angriffe in Richtung Konzernleitung und wurde kurze Zeit danach mit überwältigender Mehrheit in den Betriebsrat gewählt, wo er auch heute noch schwerpunktmäßig für den Datenschutz verantwortlich ist. An dieser Front kämpft er, beseelt von seinem heiligen Auftrag, gegen jegliche Liste, die irgendwelche persönlichen Daten beinhaltet, und sei es auch gegen das Firmentelefonverzeichnis, wenn es sich partout nichts besseres finden läßt. Seinem direkten Chef, der ihm früher nicht nur einmal aus der Patsche geholfen hatte, fällt er jetzt mit Lappalien dieser Art immer wieder nonchalant in den Rücken.
Die Akzeptanz seiner Person und seines Tuns bei den Kollegen im Betriebsrat ist mittlerweile bescheiden geworden, um das milde zu formulieren. Es wird gemunkelt, daß es drei halbtägige Sitzungen bedurft hat, um ihn vom Vorhaben der Anonymisierung der Gehaltsliste abzubringen.

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