Ausserirdisches

Dienstag, 13. Dezember 2005

Hypergalaktische Perspektiven

Ted Murphy, Chef des US-Unternehmens MindComet, bietet privaten Bloggern (zunächst kostenlos) die Möglichkeit an, den Inhalt von Weblogs per Richtantenne ins All zu senden.
Schluß mit den negativen Meldungen, die unsere Medien tagtäglich ausstrahlen, wir wollen den Aliens damit ein unverfälschtes Zeugnis menschlichen Lebens schicken, sonst halten sie uns womöglich bloß für Mörder und Barbaren:

“The media is saturated with images of war and anger. We have been transmitting these images into space for years,” said Murphy. “This program gives us the opportunity to show our race in a different light.”

Außerdem mahnt er an, den Aliens gegenüber "political correctness" zu üben:

“We strongly urge our users to refrain from language or content designed to provoke our alien neighbors. We hope that our bloggers understand the importance of keeping our message positive.”

Schade. Ich kann zwar mit einem gesitteten Inhalt dienen, denn ich habe nämlich das Wort Scheiße, von schlimmerem ganz zu schweigen, äußerst selten verwendet, im großen und ganzen sieht es aber bei mir eher mau aus. Meine Weltsicht ist viel zu pessimistisch. Zu allem Überfluß habe ich unklugerweise meine Skepsis bezüglich außerirdischen Lebens nicht nur einmal kundgetan. Gibt es für die Aliens eine größere Provokation, als ihre Existenz in Frage zu stellen? Ohne diesen Passus hätte ich mein Weblog anmelden können.
Wirklich schade.
Überlegen Sie mal: Heute wird mein Weblog bloß von rund 6,5 Milliarden Menschen ignoriert. Wenn ich die unzähligen potentiellen Zivilisationen im All zusammenrechne (pro Galaxie schlappe 50 höhere Zivilisationen und allein 100 Milliarden Galaxien, die man bis heute gesehen hat), dann warten da draußen potentiell unzählige Abermilliarden von intelligenten Lebewesen darauf, meine Geistesblitze zu ignorieren!
Ich hoffe nur, daß die Aliens nicht selbst auf diesen Gedanken kommen und ihre Sachen selbst ins All funken, sonst kriegen wir einen abermilliardenfach größeren Datensalat als im Internet. Da fällt einem sogar das Ignorieren schwer.
Zum Glück ist es aber kaum anzunehmen, daß außer uns noch eine andere Zivilisation das eigene Image ähnlich gründlich beschädigt und entsprechende Reparaturmaßnahmen braucht. Denn die Bilder in unseren Medien, die sind ja wirklich schrecklich.

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