Platitueden

Dienstag, 8. April 2008

Wie die Zeit verrinnt

Beeinflußt durch die eigene Werdung und durch alle Veränderungsprozesse in unserer Umwelt, die immer zukunftsgerichtet sind, nehmen wir Menschen an, daß auch die Zeit im Uhrzeigersinn fließt.
Das ist natürlich weit gefehlt, denn wenn das tatsächlich so wäre, dann liefe sie uns einfach davon, die Zeit, und wir könnten sie nie einholen.
Nein, nein, die Zeit läuft genau andersherum. Sie kommt uns entgegen. Aus einer unbestimmten Zukunft wird - über das Provisorat der Gegenwart – das Endgültige: die Vergangenheit.

Montag, 17. März 2008

Momentaufnahme

Grauer Himmel, grauer Regen, graue Gedanken. Ich repariere einen grauen, halbvermoderten Holzzaun und sinniere über die besondere Ästhetik der Farbe grau, über den Verfall und dessen grenzenlose Nachhaltigkeit.

Donnerstag, 28. Februar 2008

Der große Betrug

Irgendwann im Leben kommt eine Zeit, da fängt man an, wieder die Musik von damals zu hören und wieder die Bücher von damals zu lesen. Man trifft auch wieder die Leute von damals, sofern sie noch leben. Obwohl man ganz genau weiß, daß man von alledem nur angelogen wurde.

Montag, 25. Februar 2008

Verstehen Sie das?

Obwohl die Lebenserwartung reicher Menschen ungleich höher ist, als die der Armen, ist es völlig absurd zu glauben, daß die Menschheit künftig ausschließlich aus Reiche bestehen wird.
Dieser Darwin mit seiner natürlichen Auslese, der muß sich geirrt haben.

By the way: Es ist unwahrscheinlich, daß die Lebenserwartung in dem Maße weiter ansteigt, wie das in den letzten Jahrzehnten der Fall war. Die Gründe sind vielfältig. Neben der rein biologischen Limitation, die zumindest so lange Gültigkeit hat, bis wir lernen, den Alterungsprozeß als solchen zu beeinflussen, kehren manche Verhältnisse mittlerweile einfach um. Was nützen die Fortschritte der Medizin, wenn die medizinische Versorgung der Massen dennoch durch sogenannte Gesundheitsreformen und durch die Zunahme der Armut im Schnitt schlechter wird?

Sonntag, 17. Februar 2008

Schon gewußt?

Man kann der eigenen Meinung mehr Gewicht verleihen, indem man von sich selbst in der dritten Person redet: man ist ja dann schon zu zweit.

Eine interessante Variante ist die gleichzeitige Andeutung, daß diese dritte Person zu einer bedeutsamen Gruppe Gleichgesinnter gehört. Da hat man nicht nur mehr Masse, sondern auch jede Menge Qualität hinter sich. Und wie einfach das geht! Da braucht man nur das Wort ein zusätzlich einzufügen.
„Ein Lothar Matthäus lässt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal.“

Dienstag, 15. Januar 2008

Altersstarrsinn

Zu seinem Bedauern vernimmt er die Stimme der unfehlbaren Autorität, die ihm zu recht Pessimismus, Strenge, Besserwisserei, Misanthropie, Kontaktscheu, Verbissenheit oder andere Sachen dieser Art vorwirft, immer seltener. Und dabei gäbe er so gern alle seine Irrtümer zu…

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Wortkreationen (3)

Heute: Kleptokratie.

Donnerstag, 22. November 2007

Gefühlsduselei

Braucht man noch irgendeinen Beweis dafür, daß unser Gefühlsleben nicht nur älter, sondern auch viel mächtiger als unsere Ratio ist, dann kann man hier einen Blick reinwerfen.
Wissenschaftler sind also doch zu etwas gut. Kleiner Lichtblick in einer Zeit, in der Moral als eine unbedingt zu überwindende Schwäche gilt.

By the way:
Der vielzitierte und fast genauso oft falsch verstandene Satz von Goya:

"El sueño de la razón produce monstruos"
("Der Schlaf der Vernunft gebiert Monstren")


läßt im ürsprünglichen Zusammenhang m.E. die Übersetzung razón=Vernunft gar nicht zu. Vielmehr könnte man stattdessen "Verstand" oder "Ratio" lesen. Aber wie man auch immer dazu sagt, es handelt sich dabei um jene unsere Fähigkeit, die schlafend weit weniger Unheil ausgerichtet hätte, als sie es im Wachzustand nachweislich getan hat.

Samstag, 27. Oktober 2007

Wortkreationen (2)

Heute: Schreibseligkeit(en).

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Wortkreationen (1)

Heute: Blogorrhoe.

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